Vulkane, Dünen, Atlantik – die Natur auf La Graciosa

La Graciosa mit dem Montaña Bermeja und den Inseln Montaña Clara und Alegranza
La Graciosa mit dem Montaña Bermeja und den Inseln Montaña Clara und Alegranza

La Graciosa ist eine Naturinsel. Nicht im touristischen Sinne – als Beschreibung. 29 km² Vulkankegel, Basaltküsten, Sanddünen und türkisfarbener Atlantik. Kein asphaltierter Weg hinter dem Dorfrand, kein Industriegebiet, kein Müllberg. Die Insel ist, was sie immer war: ursprünglich, rau, ehrlich.

Was die Natur auf La Graciosa einzigartig macht: die Kombination aus Schutzstatus und Zugänglichkeit. Der Naturpark Archipiélago Chinijo, das UNESCO-Biosphärenreservat und die Reserva Marina schützen alles von oben bis unten. Und trotzdem kann man hier wandern, schnorcheln, radfahren – und das alles hautnah erleben.

Geologie: Feuer unter der Oberfläche

Vulkankegel und Tuffgestein

Montaña Amarilla (172 m): gelb-rot durch Hydrovulkanismus – Meerwasser traf auf heißes Magma und hinterließ die typische Farbe des Tuffgesteins. Montaña Bermeja (157 m): roter Basalt im Norden, Namenspatron des roten Berges. Las Agujas Grandes (266 m): höchster Punkt der Insel, gezackte Lavanadeln.

der Montaña Amarilla im Süden La Graciosas
der Montaña Amarilla im Süden La Graciosas

Basaltküsten und Lavabuchten

Die Nordküste von La Graciosa ist das Gegenteil von karibisch – rot, schwarz, rau, von Wellen geformt. Los Arcos de los Caletones: übereinander gestapelte Basaltbögen, durch jahrtausendelange Brandungserosion geformt. Das Meer hat hier Skulpturen hinterlassen.

Los Arcos de los Caletones
Los Arcos de los Caletones

Fauna: was lebt auf und um La Graciosa

Vögel: Osprey und Eleonorenfalke

Fischadler (Osprey) brüten auf Montaña Clara und Alegranza. Eleonorenfalken nutzen die Nachbarinseln als Rastplatz auf dem Zug. Gelbschnabel-Sturmtaucher brüten in Felshöhlen. La Graciosa selbst ist kein Brutgebiet – aber die Nachbarinseln sind zum Greifen nah.

Fischadler (Pandion haliaetus)
Fischadler (Pandion haliaetus)

Meer: Schildkröten, Engelshaie, Delfine

Meeresschildkröten ganzjährig, Engelshaie Dezember bis März, Delfine an der Westküste, Rochen im flachen Wasser. 228 Fischarten in der Reserva Marina – das ist kein Zufallsergebnis, das ist das Ergebnis jahrzehntelangen Schutzes.

Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta)
Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta)

Die Schutzgebiete im Überblick

Schutzgebiete
Naturpark Archipiélago Chinijo La Graciosa + 4 unbewohnte Inseln – seit 1986
UNESCO-Biosphärenreservat Lanzarote Seit 1993 – La Graciosa mittendrin
Reserva Marina del Archipiélago Chinijo 70.000 ha – grösstes Meeresreservat Europas
Reserva Natural Integral Montaña Clara, Alegranza, Roques – seit 1994

Naturschutz — Pflichthinweis

Kann man die unbewohnten Inseln besuchen?

Montaña Clara, Roque del Este und Roque del Oeste: Betreten verboten. Bootsausflüge rund um die Inseln möglich. Alegranza: mit Genehmigung zugänglich.

Was ist das Besondere an der Natur La Graciosas?

Die Kombination: strenger Naturschutz + vollständige Zugänglichkeit für Besucher. Man kann hier wandern, schnorcheln und die Natur hautnah erleben – ohne sie zu zerstören.

Fazit

Dieser Artikel basiert auf Vor-Ort-Recherchen des go-la-graciosa.com Redaktionsteams. Stand: April 2026