Grün trotz Sand und Salz – die Flora auf La Graciosa

La Graciosa ist keine grüne Insel. Kein Regenwald, keine üppige Vegetation, keine hohen Bäume. Was die Insel hat: eine spezialisierten Flora, die gelernt hat, mit Salz, Wind, Trockenheit und Vulkanboden umzugehen. Jede Pflanze hier ist eine Antwort auf eine Herausforderung.
Die wichtigsten Pflanzengemeinschaften
Wolfsmilch (Euphorbia) – die Leitpflanze
Wolfsmilch (Euphorbia) ist die häufigste und auffälligste Pflanze auf La Graciosa. Auf den Kanaren gibt es mehrere endemische Euphorbia-Arten: Euphorbia regis-jubae (Tabaiba dulce) und Euphorbia officinarum (Cardón). Beide sind sukkulent, speichern Wasser in dicken Stängeln und vertragen Trockenheit problemlos.

| Wolfsmilch-Arten auf La Graciosa | |
|---|---|
| Wolfsmilch (Euphorbia) | Häufigste Pflanzengruppe – sukkulent, trockenheitstolerant |
| Tabaiba amarga | Harz-Wolfsmilch – an Küsten und trockenen Hängen |
| Tabaiba dulce | Süsse Wolfsmilch – essbar für Einheimische |
| Cardón (Euphorbia canariensis) | Kandelaber-Wolfsmilch – beeindruckend gross |
Strandflieder (Limonium) – das Küsten-Lila
Strandflieder (Limonium) ist das farbige Zeichen der Küste. Die kleinen violetten Blüten wachsen in dichten Polstern direkt am Wasser – auf Felsvorsprüngen, in Ritzen, auf salzgesprühten Abhängen. Der Strandflieder ist eine der wenigen Pflanzen, die mit dem direkten Salzsprühkontakt umgehen kann.

Dünenvegetation nahe Pedro Barba
Nahe Pedro Barba und im Norden der Insel gibt es Dünenfelder mit typischer Küstendünenvegetation: Strandbinse, Meersenf, Meerrettich. Diese Pflanzen stabilisieren die Dünen mit ihren tiefen Wurzelsystemen.

Salzmelde (Atriplex) und Strandmelde
Entlang der Küstenwanderwege findet man die Salzmelde – eine kleine, graue Pflanze, die Salz aktiv ausscheidet. Man sieht es: die Blätter glitzern leicht, als wären sie bestäubt.

Keine giftigen Tiere – aber Vorsicht bei Pflanzen
Eine gute Nachricht: Keine giftigen Tiere auf La Graciosa – keine Schlangen, keine giftigen Spinnen, keine gefährlichen Skorpione. Bei Pflanzen: Die Wolfsmilch (Euphorbia) enthält einen milchig-weissen Latex, der Hautreizungen verursachen kann. Nicht anfassen, nicht in die Augen reiben.
Naturschutz — Pflichthinweis
- Wildcampen verboten – ausnahmslos auf der gesamten Insel
- Lagerfeuer verboten – auch am Strand
- Fahrräder nur auf ausgewiesenen Pisten
- Betreten von Montaña Clara, Roque del Este, Roque del Oeste verboten
- Naturpark Archipiélago Chinijo · UNESCO-Biosphärenreservat Lanzarote seit 1993
- Reserva Marina del Archipiélago Chinijo – 70.000 ha, grösstes Meeresreservat Europas
Ja – gelegentlich, besonders nahe des Dorfes. Echter Kaktus (Opuntia, Feigenkaktus) wurde von Menschen eingeführt. Die einheimischen Sukkuplenten sind die Euphorbia-Arten.
Nein – absolut verboten im Naturschutzgebiet.
Fazit
- Die Flora La Graciosas ist spezialisiert, nicht üppig – und das macht sie faszinierend.
- Wolfsmilch, Strandflieder, Salzmelde: jede Pflanze hat ihre Überlebensstrategie.
- Keine giftigen Tiere auf La Graciosa – dafür giftige Wolfsmilch: nicht anfassen.
Dieser Artikel basiert auf Vor-Ort-Recherchen des go-la-graciosa.com Redaktionsteams. Stand: April 2026