Lava, Tuff und Zeit – die Geologie La Graciosas

Montaña Amarilla vor dem Famara-Massiv
Montaña Amarilla vor dem Famara-Massiv

La Graciosa ist Geologie zum Anfassen. Keine Museumsvitrinen, keine Lehrtafeln – nur die offene Landschaft, die zeigt, was Millionen Jahre Vulkanismus hinterlassen haben. Gelber Tuffkegel hier, schwarze Basaltküste dort, weiße Sanddünen dazwischen.

Die Vulkankegel

Montaña Amarilla: der Hydrovulkan

Montaña Amarilla (172 m) ist der geologisch faszinierendste Punkt der Insel. Sein gelblich-rotes Gestein entstand durch Hydrovulkanismus: Meerwasser traf auf heisses Magma und explodierte – die entstehenden Gase fragmentierten das Gestein zu feinem Tuff. Die Farbe kommt von Eisenoxiden. Das Ergebnis: ein leuchtend gelber Vulkankegel, der unter dem kanarischen Sonnenlicht förmlich glüht.

Montaña Amarilla — Geologie
Höhe 172 m (IGN)
Gesteinstyp Tuffstein (gelb-rot durch Eisenoxide)
Entstehung Hydrovulkanismus – Magma trifft Meerwasser
Besonderheit Gelber Vulkankrater – einzigartig auf den Kanaren
Zugang Zu Fuss oder Fahrrad, ca. 30–45 Min. ab Caleta del Sebo
Tuffstein am Montaña Amarilla
Tuffstein am Montaña Amarilla

Montaña Bermeja: der rote Basalt

Montaña Bermeja (157 m) ist der Namensgeber seiner Farbe: bermejo = rötlich. Basalt mit hohem Eisengehalt, der im Kontakt mit Luft und Wasser oxidiert. Das rote Vulkangestein ist griffig – ideal für den Aufstieg und spektakulär bei Abendlicht.

 der Weg auf den Montaña Bermeja
der Weg auf den Montaña Bermeja

Las Agujas: die gezackten Nadeln

Las Agujas Grandes (266 m) und Las Agujas Chicas (257 m) sind die höchsten Punkte der Insel. Ihr Name (Agujas = Nadeln) beschreibt die gezackten Lavaformationen, die aus dem Inselinneren aufragen.

Ausblick auf die Vulkane Las Agujas
Ausblick auf die Vulkane Las Agujas

Basaltküsten und geologische Besonderheiten

Basaltfelsen auf La Graciosa
Basaltfelsen auf La Graciosa

Los Arcos de los Caletones

Los Arcos de los Caletones: eine Felsformation an der Nordküste aus übereinander gestapelten Basaltbögen. Entstanden durch jahrtausendelange Brandungserosion – das Meer hat das weichere Gestein ausgespült und die härteren Basaltrücken stehen gelassen.

Los Arcos de los Caletones
Los Arcos de los Caletones

Fossile Anthophorennester – das stille Wunder

An einigen Küstenabschnitten von La Graciosa findet man versteinerte Brutzellen einer ausgestorbenen Pelzbienenart (Anthophora). Diese Bienen bauten ihre Nester in sandigem Boden – der mit der Zeit versteinerte. Was übrig blieb: fossile Röhrenstrukturen im Gestein, die an kaum einem anderen Ort der Welt so gut erhalten sind.

Fossile Anthophorennester
Fossile Anthophorennester

Sanddünen und Salzablagerungen

Nahe Pedro Barba und entlang der Ostküste gibt es Dünenfelder – selten auf den Kanaren, und hier gut erhalten. An der Playa del Salado findet man Salzablagerungen in den ausgehöhlten Lavafelsen: verdunstetes Meerwasser, das weisse Kristalle hinterlässt.

Salzablagerungen
Salzablagerungen

Naturschutz — Pflichthinweis

Kann man Gesteinsstücke mitnehmen?

Nein – das ist im Naturschutzgebiet verboten. Auch einzelne Steine, Muscheln oder Fossilien gehören zur Insel und dürfen nicht mitgenommen werden.

Fazit

Dieser Artikel basiert auf Vor-Ort-Recherchen des go-la-graciosa.com Redaktionsteams. Stand: April 2026