Die Seele der kanarischen Küche – Mojo rojo & mojo verde

Auf den Kanaren läuft nichts ohne Mojo. Mojo rojo – rot, scharf, aus gerösteten Paprika und Knoblauch. Mojo verde – grün, frisch, aus Koriander, Petersilie und Knoblauch. Beides: unverzichtbar zu Fisch, Lapas, Papas arrugadas, gegrilltem Fleisch, eigentlich zu allem. Wer einmal selbstgemachten Mojo gegessen hat, kauft keinen fertigen mehr.
Rezept 1: Mojo rojo
| Mojo rojo — Rezeptinfo | |
|---|---|
| Für | Ca. 300 ml – 4–6 Personen |
| Zubereitungszeit | 20 Minuten + 1 Stunde Ziehzeit |
| Schwierigkeit | Leicht |
| Haltbarkeit | Im Kühlschrank 1 Woche |
Zutaten Mojo rojo
| Zutaten | |
|---|---|
| 3–4 Stk. | Rote Paprika, geröstet (oder 2 EL Paprikapaste) |
| 4 Zehen | Knoblauch |
| 2 TL | Getrocknete rote Chili (nach Schärfe anpassen) |
| 2 TL | Kreuzkümmel (gemahlen) |
| 1 TL | Paprikapulver (geräuchert) |
| 2 EL | Rotweinessig |
| 6 EL | Olivenöl extra vergine |
| 1/2 TL | Grobes Meersalz |
| n.B. | Wasser zum Anpassen der Konsistenz |
Zubereitung Mojo rojo
- Paprika rösten: Im Ofen bei 220 Grad Umluft 20–25 Minuten, bis die Haut Blasen wirft. In eine Schüssel geben, mit Folie abdecken, 10 Minuten abkühlen. Dann Haut abziehen, Kerne entfernen.
- Knoblauch im Mörser zerstoßen: Knoblauch mit grobem Meersalz zu einer Paste reiben.
- Alles mixen: Knoblauchpaste, geröstete Paprika, Chili, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Essig in einen Mixer. Auf hoher Stufe mixen.
- Öl einarbeiten: Bei laufendem Mixer das Olivenöl langsam einlaufen lassen – wie bei Mayonnaise. Die Sauce emulgiert und wird cremig.
- Konsistenz anpassen: Mit etwas Wasser auf die gewünschte Konsistenz bringen. Abschmecken.
- Ruhen lassen: Mindestens 1 Stunde vor dem Servieren stehen lassen – die Aromen entwickeln sich.
Rezept 2: Mojo verde
| Mojo verde — Rezeptinfo | |
|---|---|
| Für | Ca. 300 ml – 4–6 Personen |
| Zubereitungszeit | 15 Minuten + 30 Minuten Ziehzeit |
| Schwierigkeit | Sehr leicht |
| Haltbarkeit | Im Kühlschrank 5 Tage |
Zutaten Mojo verde
| Zutaten | |
|---|---|
| 1 Bund | Frischer Koriander (mit Stängeln) |
| 1/2 Bund | Frische Petersilie |
| 4 Zehen | Knoblauch |
| 1 TL | Kreuzkümmel (gemahlen) |
| 3 EL | Weißweinessig |
| 8 EL | Olivenöl extra vergine |
| 1/2 TL | Grobes Meersalz |
| n.B. | Wasser zum Anpassen |
Zubereitung Mojo verde
- Kräuter waschen und grob hacken. Knoblauch schälen.
- Knoblauch mit Meersalz im Mörser zu einer Paste reiben.
- Alles in den Mixer: Knoblauchpaste, Koriander, Petersilie, Kreuzkümmel und Essig. Mixen.
- Öl einlaufen lassen: Bei laufendem Mixer das Olivenöl langsam einarbeiten.
- Abschmecken und mit Wasser auf die gewünschte Konsistenz bringen.
- 30 Minuten ziehen lassen – der grüne Mojo wird kräftiger je länger er steht.
Tipps & kanarische Besonderheiten
Welcher Mojo zu was?
Mojo rojo – zu Fleisch, gegrilltem Fisch, Papas arrugadas. Mojo verde – zu Lapas, weißem Fisch, Garnelen, gegrilltem Gemüse. Auf La Graciosa kommt oft beides auf den Tisch – der Gast entscheidet.
Die Mörser-Variante
Das authentischste Mojo wird nicht mit dem Mixer, sondern im Granit-Mörser (almofariz) hergestellt. Es dauert länger – aber die Textur ist gröber und intensiver. Wer einen großen Mörser hat: ausprobieren.
Praktische Tipps
- Mojo rojo: schärfe individuell anpassen – Chili nach Geschmack
- Mojo verde: sofort nach dem Mixen grüner und frischer – je länger steht, desto intensiver
- Beide Mojos: im Kühlschrank aufbewahren, vor dem Servieren Zimmertemperatur annehmen lassen
- Aufpeppen: einen Schuss Bier statt Wasser für Mojo rojo gibt Tiefe
Ja – in Eiswürfelformen portionieren, einfrieren, dann in Beutel umfüllen. Hält 3 Monate. Texture nach dem Auftauen leicht verändert, aber Geschmack bleibt.
Fazit
- Mojo rojo und mojo verde sind die Seele der kanarischen Küche – und zuhause leicht nachzumachen.
- Frische Kräuter und gutes Olivenöl sind der Schlüssel.
- Einmal selbstgemacht: kein Fertig-Mojo mehr.
Dieser Artikel basiert auf Vor-Ort-Recherchen des go-la-graciosa.com Redaktionsteams. Stand: April 2026